Buchrezension – Digitale Transformationsexzellenz

Wettbewerbsvorteile sichern mit der Customer Company Excellence Matrix

von Steffen Jäckle und Uwe Brüggemann

Im Fokus des Buches steht die Frage, wie es existierenden Unternehmen gelingt, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern und Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Die Autoren Steffen Jäckle und Uwe Brüggemann beleuchten dabei die Digitale Transformation aus zwei Perspektiven: Einerseits die Sicht des Kunden „Customer-Perspektive“  und andererseits die Sicht der eigenen Organisation „Company-Sicht“ mit der entsprechenden Fragestellungen:

  • Customer-Seite:

Sind unsere Produkte zukunftsfähig? Besteht die Chance, unser Produkt bzw. das zugrunde liegende Kundenbedürfnis in Form eines digitalen Produkts, einer digitalen Lösung fundamental zu verbessern?

  • Company-Seite:

Ist unsere Wertschöpfungskette effizient genug? Sind digitale Lösungen schlüssig integriert, in den Stufen Herstellung und Sales/Marketing?

Customer Company Exzellenz Matrix

Zur Veranschaulichung der strategischen Position des eigenen Unternehmens wird eine sogenannte CCX-Matrix eingeführt.

Customer Company Exzellenz matrix

Quelle: : Jäckle S., Brüggemann U.,  Digitale Transformationsexzellenz, Springer 2019, S.20 

Diese Matrix besteht aus zwei Achsen: auf der einen Achse wird der Kundennutzen und auf der anderen die Effizienz der Leistungserzeugung dargestellt. Daraus ergeben sich vier Unternehmensklassifikationen:

  • Zombie: Geringe Effizienz und geringer Kundenutzen.
  • Eta: Hocheffiziente Organisationen, denen es aber nicht mehr gelingt, wettbewerbsfähigen Kundennutzen zu offerieren.
  • Profit Burner: Attraktiver Kundennutzen, aber (noch) nicht effizient in der Leistungserzeugung.
  • Champion: Attraktiver Kundennutzen mit Effizienz in der Leistungserzeugung.

Kundenperspektive

Nach Ansicht der Autoren Jäckle und Brüggemann besteht der Kundenutzen aus den vier grundlegenden Bausteinen Leistung, TCO (Total Cost of Ownership), Vertrauen und Convenience.

Anhand zahlreicher Praxisbeispiele wird dargestellt, wie digitale Technologien jeden einzelnen Baustein beeinflussen – um mehr Kundennutzen zu erzeugen (idealerweise um den Faktor X). Ferner wird aufgezeigt, wie schnell branchenfremde Wettbewerber attraktiveren Kundennutzen erzeugen können und somit die Wettbewerbsposition von etablierten Unternehmen gefährden.

Die Autoren zeigen das Potenzial digitaler Technologien anhand von 22 Protypen (Konzepte, Kräfte und Muster). Diese Protypen verdeutlichen die Auswirkung der digitalen Revolution auf Unternehmen, Geschäftsmodelle und ganze Branchen. Diese sogenannten Protypen sind nicht neu, jedoch neu ist ihre Dominanz, die sie aufgrund ihres digitalen Potenzials bereits heute haben oder in kürzester Zeit erlangen werden. Es ist sicherlich lohnend diese Zusammenstellung als Ausgangspunkt und Inspirationsquelle bei der Überprüfung des eigen Status-Quo heranzuziehen.

Unternehmensperspektive

In einem weiteren Kapitel wird der Frage nachgegangen „Wie lassen sich Leistungserzeugung und Aktivitäten im Unternehmen mittels digitaler Technologien effizienter gestalten?

Die Bausteine, die Effizienz bilden, sind Einnahmequellen, Kostenstruktur, Key Enabler, Kundenbeziehungsmanagement sowie das Kanalmanagement.  Auch hier wird wieder anhand zahlreicher Praxisbeispiele aufgezeigt, wie digitale Technologien die einzelnen Bausteine beeinflussen und wie schnell branchenfremde Wettbewerber mithilfe digitaler Technologien höhere Effizienz aufweisen und somit die Wettbewerbsposition von etablierten Unternehmen gefährden können.

Abschließend wird die situative Anwendung der CCX-Matrix mit dem Fit zum eigenen Geschäftstyp erläutert, um das notwendige Rüstzeug zur Umsetzung im eigenen Unternehmen zu bekommen.

Starke Zitate aus Digitale Transformationsexzellenz:

Das Ziel ist es, den Kundennutzen zu maximieren und dies mittels der optimalen Technologie umzusetzen und nicht umgekehrt, d. h. die Technologie ist das Mittel“

 „Wer hätte gedacht, dass Cisco, ein ICT-Unternehmen, auf einmal ein Geschäftsmodell zur Beleuchtung von Überseehäfen entwickelt und diese Beleuchtung den Hafenbetreibern kostenlos zur Verfügung stellt?“

„Unternehmen benötigen immer neue Kunden. Was sich und zum Teil radikal ändert, sind die Instrumente, wie diese jetzt gewonnen werden können bzw. müssen.“

Fazit

Kurzweilige und informative Einführung zum Thema Digitale Transformationen mit sehr guten Beispielen von neuen und eher unbekannten Geschäftsmodellen aus verschiedenen Branchen, welche noch nicht zum x-ten Mal in vielen Veröffentlichungen beschriebenen wurden.

Insbesondere die beschriebene Customer Company Excellence Matrix mit ihren grundlegenden Bausteinen ist eine gute Methode für einen pragmatischen Start in die digitale Transformation.

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